Arbeitsfähigkeit ist kein HR-Thema, sondern eine Führungsaufgabe. Und ein messbarer Business-Treiber.

Genau darum ging es in unserem Aino Webinar „Arbeitsfähigkeit als Business Treiber – von Wohlbefinden zu messbarer Performance“ mit Prof. Dr. Christian Feldhaus (Arbeits- und Sozialmedizin) und Chris Tamdjidi (Awaris).

 Sehen Sie sich hier die Webinaraufzeichnung an

Die zentrale Erkenntnis des Webinars: Gesundheit mag medizinische Ursachen haben – ob daraus Leistungsabfall, Präsentismus oder Fehlzeiten entstehen, ist in vielen Fällen eine Frage von Führung, Struktur und Management.

 

Drei Punkte, die besonders klar wurden:

 

1. Führungskultur entscheidet – nicht Vergütung oder Benefits
Daten aus großen Organisationen zeigen einen sehr klaren Zusammenhang zwischen guter Führung und Motivation, Leistungsbereitschaft sowie Gesundheitsquote. Faktoren wie Bezahlung spielen dabei eine deutlich geringere Rolle, als häufig angenommen wird. Gute Führung wirkt direkt auf Leistung und Verfügbarkeit.

 

2. Fehlzeiten sind nur die Spitze des Eisbergs
Die meisten Organisationen steuern über Absentismus. Der größere wirtschaftliche Verlust entsteht jedoch oft durch Präsentismus: Menschen sind anwesend, aber nicht leistungsfähig. Die Treiber liegen meist unter der Oberfläche – unklare Erwartungen, Kommunikationsdefizite, Überlastung, mangelnde Führungskonsistenz. Wer nur Krankenstand misst, greift zu kurz.

 

3. Von Reaktion zu Steuerung: Daten sinnvoll nutzen – nicht kontrollieren
Arbeitsfähigkeit lässt sich nur dann aktiv steuern, wenn frühe Signale sichtbar werden und Führungskräfte systematisch unterstützt werden. Entscheidend ist dabei:
Es geht nicht um Überwachung, sondern um Transparenz und frühzeitiges Handeln.

Ein zentrales Thema in der Diskussion war daher der Umgang mit Datenschutz und Vertrauen. Erfolgreiche Ansätze folgen klaren Prinzipien:

  • personenbezogene Daten bleiben geschützt und zweckgebunden

  • Mitarbeitende behalten die Kontrolle darüber, was sie teilen

  • keine medizinischen Diagnosen, sondern arbeitsbezogene Muster

  • Aggregation auf Team- und Organisationsebene statt individueller Bewertung

Nur wenn Daten den Menschen dienen und nicht gegen sie verwendet werden, entsteht Akzeptanz – und damit Wirkung.

 

Resilienz als Fähigkeit, nicht als Forderung
Ein weiterer wichtiger Punkt: Resilienz ist kein individueller Belastungstest. Sie ist eine trainierbare Fähigkeit, eingebettet in ein unterstützendes System. Daten zeigen deutlich, dass unterschiedliche Belastungsprofile unterschiedliche Interventionen erfordern – manchmal individuelle Kompetenzentwicklung, manchmal strukturelle Entlastung im Arbeitsumfeld.

 

Mein Fazit:
Arbeitsfähigkeit entsteht in der täglichen Führungspraxis.
Wenn wir sie ähnlich konsequent behandeln wie Safety – mit klarer Verantwortung, datengestützter Transparenz und Respekt vor der Privatsphäre – wird aus einem vermeintlich „weichen“ Thema ein harter, nachhaltiger Leistungshebel.

Oder anders gesagt:
Arbeitsfähigkeit ist Führung in der Praxis. Und Führung ist wirtschaftliche Verantwortung.

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Wie gehen Sie in Ihrer Organisation mit dem Spannungsfeld zwischen Daten, Vertrauen und Leistungsfähigkeit um?

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